USA Reise 2011

Claudia und Chris in Amerika unterwegs – Part V

English Man in Texas

by claudia

Nevada liegt hinter uns. Die American Airlines haben uns sicher nach Texas gebracht. Am frühen Nachmittag landen wir in Dallas, holen unser Mietauto und düsen los nach Fort Worth. Bei 38 Grad Hitze, die sich aber so anfühlen, wie eine Runde im Backofen, schleppen wir uns einige Meter (weiter kommen wir bei den Temperaturen nicht – und dass obwohl wir schnurstracks aus der Wüste kommen) durch die Western- und Cowboy-Szenerie der Fort Worth Stockyards und schaffen es sogar noch ein paar Blicke auf das berühmte Rindertreiben zu werfen. Genug Programm für heute.

Wir freuen uns schon auf unser “Comfort Inn”, in dem wir die nächsten zwei Tage, als Choice Privileges Members (falls ich das bisher nicht erwähnt hatte ;-) ) mit bereits 24.000 gesammelten Punkten, gratis hausen werden. Juhuu! Auf dem Weg dahin, halten wir bei einer CVS-Pharmacy, um uns einen Wasservorrat zu zulegen. Beim small talk mit der Kassiererin wird der Chris für einen Engländer gehalten und bekommt gleich eine CVS-Kundenkarte aufs Aug gedrückt. Respekt! Wenn er noch a bissal da bleibt, geben die ihm sicher auch freiwillig noch die “Green Card”.

Am Abend spendiert das Comfort Inn im Rahmen der “social hour” noch eine Runde Bier und Snacks. Was will man mehr?

“Am Schauplatz Spezial” in Las Vegas

by claudia

Heute versuche ich – gemäß unseren Eindrücken – zusammen zu fassen, was sich hier in Las Vegas so den ganzen Tag abspielt. Starten wir morgens, sagen wir um sechs Uhr, wie vor zwei Tagen, als wir unsere Grand Canyon Tour angetreten sind. Im Hotel geben sich um diese Zeit übrig gebliebene Nachtschwärmer und Frühaufsteher, die beispielsweise bereits im Fitnesscenter die ersten Kalorien abtrainieren, die Türklinke in die Hand. Erstaunlicherweise sind die Pokertische und Glücksspielautomaten um diese Uhrzeit gut besetzt. Am gleichen Tag erfahren wir über Hard Rock Hotel-Twitter – und jetzt wird es spannend für alle Blogleserinnen unter 20 – dass Justin Bieber diese Nacht ebenfalls in diesem Hotel verbracht hat. Es tut sich also immer was.

An einem Tag wie heute schlafen wir lange aus, da wir die Nacht davor am Strip unterwegs waren. Das riesengroße Feuerwerk zur Feier des 4th of July, von dem immer alle gesprochen haben und auf das dann tatsächlich sehr viele Leute auch gewartet haben, ist jedoch ausgeblieben. Zu Mittag machen wir uns auf ins MGM Grand, mit 5.000 Zimmern, dem größten Hotel in Las Vegas. In seiner Lobby beherbergt das Hotel sogar echte Löwen.

Von dort geht es zum pyramidenförmigen Luxor, wo wir unsere heutige Tour damit starten, dass wir uns einen “Drei-Attraktionen-Pass” kaufen. Die erste Attraktion, die praktischerweise auch gleich im Luxor untergebracht ist, ist “Titanic: The Artifact Exhibition”. Wir haben dazu leider keine Bilder, da Kameras untersagt waren. Da tut der Einzigartigkeit der Ausstellung jedoch keinen Abbruch. Wir “checken” in die Ausstellung mit einem “echten” Boardingpass ein. Am Ende der Ausstellung erfahren wir dann, ob wir zu den Überlebenden gezählt haben oder nicht (um es gleich vorweg zu nehmen: da Chris hat als Passagier der 3. Klasse leider seinen Tod gefunden, mein 1. Klasse-Ticket, hat mir das Überleben gesichert). Die Ausstellung ist voll von Original-Fundstücken der Titanic. Es wird sogar ein echter Eisberg ausgestellt.

Vom Untergang der Titanic machen wir uns auf ins Hotel “New York, New York”, wo wir mit dem “Manhattan Express”, einer Achterbahn, die sich um das Hotel schlängelt fahren. Also ich muss echt sagen, nochmal steig ich in das müllige Ding nicht ein. Nicht einmal geschenkt. Da es jedoch so gut wie die einzige Achterbahn in Las Vegas ist, wird sie marketingtechnisch ganz clever auch als die Beste bezeichnet. Auf unserem Weg nach draußen queren wir so eine Art Glücksspiel-Areal für Kinder (früh übt sich) und versuchen auch unser Glück. Bei einem Spiel gewinne ich gleich beim zweiten Versuch “100 Similes” und verlasse die Spielzone mit allerlei Krims-Krams als glückliche Gewinnerin.

Die dritte Attraktion, genannt “Siegfried and Roy’s Secret Garden And Dolphin Habitat”, befindet sich im “Mirage” und ist zudem Highlight des Tages. Delphine tummeln sich munter in riesigen Pools. Darunter auch ein Delphin-Baby mit seiner Mutter. Im Secret Garden können wir weiße Tiger und Löwen bestaunen, die auch recht fidel sind.

Der Tag ist noch lange nicht zu Ende. Weiter geht es ins “Treasure Island”, um eine der Gratis-Shows (Sirens of TI) anzusehen. Da noch Zeit bleibt, stellen wir unser Glück erneut auf die Probe und versuchen es an einem Automaten ganz mutig mit 1ct-Spielen. Der Automat hält uns mit unserem Basis-Einsatz von einem ganzen Dollar fast eine halbe Stunde auf Trab. Nachdem ich heute anscheinend mein glückliches Händchen habe, verlasse ich den Automaten mit einem Gewinn von 128% :-).

Nach soviel Aufregung knurrt der Magen. Da Las Vegas bekannt für seine All-You-Can-Eat-Buffets ist, bleiben wir gleich bei dem im Treasure Island. Obwohl die Internet-Ratings für die Las Vegas-Buffets generell nicht sehr gut sind, können wir dem “Buffet at TI” ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Die Nacht ist zwischenzeitlich hereingebrochen und der Tag neigt sich seinem Ende. Es ist Zeit, den heutigen Blog-Entry zu verfassen und schlafen zu gehen. Morgen müss ma wieder früh raus. Der Flieger nach Dallas, Texas geht um 08:50.

Independence Day

by claudia

Noch ein Nachtrag zu gestern: auf das viel gepriesene Feuerwerk ab 21:15 haben wir fast umsonst gewartet. Es wurden in der Stadt verteilt nur einzelne Raketen hoch geschossen. Die Atmosphäre war aber aufgrund des noch immer anhaltenden Wetterleuchtens trotzdem fabulous. Gegen 22:00 hat sich dann doch noch das Cesar’s Palace erbarmt und ein respektables Feuerwerk abgezündelt. Vielleicht haben wir heute Abend mehr Glück. Aus meiner Sicht macht es ohnehin mehr Sinn, die Raketen am Independence Day selbst abzuschießen, als einen Abend davor, auch wenn heute Montag ist (und die meisten Leute bereits am Sonntag Las Vegas wieder verlassen haben).

Wie bereits angekündigt, starten wir heute früh (für uns sehr früh bis zu früh) in den Tag, dem viel gefeierten amerikanischen Unabhängigkeitstag. Unser Grand Canyon Tour-Shuttle holt uns beim Hotel ab und bringt uns zum Boulder City Airport ca. 30 Minuten ausßerhalb von Las Vegas. Von dort geht es mit einem kleinen Jet der Scenic Airlines innerhalb von weiteren 20 Minuten über Hoover Dam und Lake Meade zu einem der sieben Naturweltwunder. Der Anblick ist gigantisch. Es ist kaum vorstellbar, was der Colorado River in den letzten “paar” Jahren zustande gebracht hat.

Nach einer kurzen Fotorunde geht es am “Eagle Point”, unserer ersten Station der Tour, zum “Skywalk” (ja, ja ich weiß, jetzt kommen wieder die kritischen Kommentare: “Am Grand Canyon warns, aber den Skywalk am Dachstein, habens noch net besucht” – danke, steht auf einer unserer Ausflugslisten für die Pension). Beim Skywalk handelt es sich um einen kleinen gläsernen Rundgang mit direktem Blick (eben nur getrennt durch einen Glasboden – made in Germany) in die Tiefen des Canyons. Es ist echt ein Erlebnis, mal einen Adler im Flug von oben zu betrachten. Leider dürfen wir auf dem Skywalk selber keine Fotos machen (Claudia, die die Info auf der Homepage, im Gegensatz zum Chris, nicht gelesen hat: “Maaaaaa!”). Dafür hier der Chris direkt an der Schwelle zum Abgrund (ganz ohne Glasboden).

Wir wundern uns eh. Egal wo man in den Staaten unterwegs ist, bei jeder noch so kleinen Stufe wird man darauf hingewiesen, dass man aufpassen soll (“please, watch your step”). Aber hier geht es hunderte Meter runter in den Canyon und weit und breit keine “safety information”. Was uns noch wundert ist die angenehme Temperatur hier. Laut Wetterbericht liegt die Tageshöchsttemperatur bei 27 Grad.

Mit einem eigenen Shuttle geht es weiter zum nächsten Aussichtspunkt, wo wir auch essen, und dann den ganzen Weg wieder zurück zum Hotel. Als wir dort ankommen ist es gerade mal zwei Uhr und wir haben noch den ganzen Tag vor uns.

Rock Hard at Sin City

by claudia

Las Vegas wir kommen! Das wieder schlechter gewordene Wetter in Portland bietet eine Kulisse, von der der Abschied leicht fällt. Vor allem dann, wenn unsere “final destination” Las Vegas lautet, zu der uns freundlicherweise die Alaskan Airlines bringen. Am Flughafen in Las Vegas werden wir bereits von Glücksspielautomaten begrüßt. Mit dem Taxi geht es dann direkt ins “Hard Rock Hotel”, auf das wir beide uns bereits den ganzen Urlaub freuen. Zu Recht! Wenn man darüber hinweg sieht, dass die Orientierung aufgrund der Größe (es gibt ganze drei Towers)  – vergleichbar (minimum) mit einer Kleinstadt – nicht ganz so einfach ist. Da tut der Stimmung aber keinen Abbruch. Bereits beim Check-In stehen wir Schlange mit Jungs in Badehosen und Mädels in Bikinis. Den Eingang zu unserem “Paradise Tower” verpassen wir fast, da eine riesige Pool-Party im Gange ist. Die ganze Szene erinnert mich irgendwie an die Magic Life Summer Splash Maturareise, auf der ich nie war.

Für die Zuhause-Gebiebenen fällt es mir schwer unser Zimmer zu beschreiben. Es ist einfach der Wahnsinn. Wir sind im 16. Stock (von insgesamt 18 Stockwerken) und haben in unserer Suite mit der Room-Number 31601 und zwei Panoramafenstern einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt. Hier Las Vegas at Night:

Den Chris hält es nicht lange im Zimmer. Auf zum Pin-Farmen! Und das gleich zwei mal – einmal im Hard Rock Hotel und einmal im Hard Rock Café, das gleich gegenüber vom Hotel ist. Dort essen wir auch zu Abend. Auf dem Weg zurück ins Hotel überrascht uns ein Regenschauer inkl. Gewitter und man glaubt es kaum, aber man könnte die Temperatur beinahe als kühl bezeichnen (zum Vergleich: gelandet sind wir bei über 40 Grad).

Zurück im Hotel warten wir noch das für die Feierlichkeiten um den 4. Juli angekündigte Feuerwerk ab. Dann geht es ab ins Bett. Morgen müssen wir bereits um halb sechs aus den Federn, um unser Shuttle für die Grand Canyon Tour zu erreichen.

Für alle, die auch etwas vom Hard-Rock-Feeling erleben möchten: auf www.youtube.com Ringo Starr mit With A Little Help From My Friends anhören. Macht echt gute Laune!

Lazy Day

by claudia

Vergleichsweise verbringen wir heute einen ruhigen Tag (Liebe Ines, aus Shopping ist leider nix geworden, nicht einmal ein halber Tag). Nachdem wir uns im Frühstücksraum unter gefühlten 100 weiteren MotelbewohnerInnen unser Frühstück erkämpft haben, fahren wir (surprise, surprise) zu den “Multnomah Falls”. Dort geht es weiter mit kämpfen, nämlich um den Parkplatz. Ja, ja Urlauben kann auch stressig sein. Überhaupt, wenn man dort ist, wo alle anderen auch sind. Hier die Wasserfälle:

Eine Bemerkung am Rande muss ich mir noch erlauben: die Wanderwege hier sind asphaltiert…ohne Worte…

Anschließend besuchen wir das “Pittock Mansion”, den ehemaligen Wohnsitz eines reichen (bereits ausgestorbenen) Verlegers aus Portland mit wunderbarem Blick auf die Stadt.

Gespeist wurde heute (mittlerweile bereits zum dritten Mal) beim “Panda Express”. Das Abendprogramm ist noch offen. Kräfte sparen für Las Vegas wäre vernünftigerweise angesagt.

Blogspecial – Autofahren mit dem Chris

by claudia

Wer den Chris kennt, weiß ja, dass er eine Engelsgeduld hat ;-). Um jedoch sein wahres Ich zum Vorschein zu bringen braucht man ihn nur in ein Auto zu setzen und ihn quer durch die Staaten zu schicken. Damit ihr einen Eindruck davon bekommt, wie unterhaltsam es ist, mit dem Chris Autozufahren, hier nun die Aufzeichnungen einer Beifahrerin, die an dieser Stelle anonym bleiben möchte.

  • Es ist grün. Nur drei Autos sind vor uns. Es dauert gefühlt ewig, bis die Autos losfahren. Wir wollen auf einer Kreuzung links abbiegen und schaffen das im vorgebenen Zeitfenster nur mit knapper Not bzw. fast gar nicht, da der Fahrer von uns beschließt kurz anzuhalten, als er eigentlich abbiegen sollte: “Wos geigen denn de do zsamm? Des is jo net mehr feierlich”
  • Wir wollen bei Mills Burger in Seattle parken. Leider ist der Parkplatz voll. Dann ein Lichtblick. Ein Fahrzeug macht Anstalten, auszuparken, was aber ewig dauert, da a) der Fahrer grundsätzlich Probleme hat sein Auto zu lenken und b) offensichtlich auch noch verkühlt ist: “Oida schneuz di und foa weiter!”
  • Wir sind in Seattle auf dem Weg ins Motel und werden von einem anderen Auto geschnitten: “Blinker hamma kan, oda wos? Koffer!”
  • Auto auf dem Highway fährt einfach irgendwie vor uns her: “Wos hot der denn für ane Aussetzer?”
  • Chris philosopiert über die an der Ampel-stehen-und-dann-erst-irgendwann-einmal-losfahren-Kultur: “I hob die Vermutung, dass es ein ungeschriebenes Gesetz gibt, das besagt, dass man bei grün erst Minimum drei Sekunden wartet und dann erst losfährt”
  • Und zum Schluss, der Kommentar der einfach immer und überall passt: “Die schnösten (schnellsten) sind sie do net”

Und zuguterletzt hier noch ein Schnappschuss von unserem Mietauto:

Pacific Coast

by claudia

Da wir schon mal da sind, liegt es sehr nahe, dass wir den heutigen Tag damit verbringen, die Küste weiter rauf zu fahren. Bevor es losgeht, wollen wir uns aber noch das Aquarium von Newport ansehen. Wir haben bisher schon wirklich viele Aquarien besucht, jedoch bei diesem sind wir uns einig, dass dort die fittesten Tiere beherbergt werden, die wir je beobachten durften. Die Iguanas waren in ihrem Terrarium echt spazierfreudig, die Schnappschildkröte ist in ihrem Becken von uns hin und her getänzelt und bei den Krokodilen war sowieso Hochbetrieb, da wir genau zur Fütterungszeit erwischt haben. Unsere Lieblinge sind jedoch die Seeotter. Wer die putzigen Tiere in Aktion sehen will, bitte das Highlight-Video ganz unten in diesem Eintrag anschauen ;-)

Nach dem ganzen Spektakel reiten wir den Highway Number 1 Richtung Norden entlang. Schon gestern sind uns die wunderschönen Leuchttürme entlang der Küste aufgefallen. Da sich nun die Gelegenheit bietet, besichtigen wir das “Yaquina Head Lighthouse”. And here it is…

Dort haben sich die Tourismus-Menschen wirklich was einfallen lassen. Sobald man den Leuchtturm betritt, wird man von einem Leuchtturmwärter in der Originalmontur von 18-hundert-irgendwas begrüßt. Der nette junge Mann erklärt uns wie beschwerlich das Leben damals war, denn man musste den Leuchtturm, der mit einem speziellen Öl befeuert wurde, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche betreiben. Aus diesem Grund bewohnten stets zwei Familien den Leuchtturm, bzw. das Areal drum herum. Im inneren des Gebäudes führt eine steile Treppe 111 Stufen nach oben. Zum Glück müssen wir keine Öl-Kannen mit nach oben schleppen, wie es damals der Fall war. Oben angekommen haben wir einen wunderbaren Ausblick auf das Küstengebiet.

Wir haben immer noch nicht genug von dieser Landschaft und fahren weiter zum Cannon Beach, der bekannt für seine Haystack-Rocks ist.

Zum Abschluss fahren wir noch die Schleife über Astoria bis es wieder nach Portland geht. Der Chris versucht mir den ganzen Tag einzureden, dass er (natürlich immer dann, wenn ich gerade nicht aufs Meer geschaut habe) Wale gesehen hat, (die in Küstennähe hin und wieder durchaus auftauchen). Mittlerweile bin ich auch hone unsere geplante Waltour und Vancouver ganz zufrieden, denn hätten wir diese nicht abgesagt, hätten wir das alles nicht gesehen. Und hier unser kleines Highlight-Video:

Von Gänsen und Seelöwen

by claudia

Seit wir da sind hat der Chris jeden Tag verkündet: “Gute Neuigkeiten, heute ist der letzte Tag mit schlechtem Wetter. Ab morgen wirds besser.” Wie gesagt, ich hoffe, seit einer Woche, dass er recht behält. Der Tag beginnt bewölkt und leicht regnerisch. Wir verlassen Portland und fahren ca. eine Stunde zum “Evergreen Aviation and Space Museum”. Irgendwie haben wir es diesen Urlaub mit Flugzeugen. Wahrscheinlich ist das die Rache der Airpower 2011, die wir ja heuer zu unserem ausdrücklichen Bedauern leider versäumen (haltet durch, Störche!). Das Highlight dieser Ausstellung ist die “Spruce Goose”. Wer “Aviator” gesehen hat, weiß wovon wir sprechen. Wer den Film nicht gesehen hat, auch egal, das Ding ist ohnehin nur ein paar Meter geflogen.

Was mich an diesem Museum am Meisten irritiert, ist die Tatsache, dass die hier ein Stück der Berliner Mauer ausgestellt haben. Da muss man also erst nach Oregon kommen, um sich dieses Stück Geschichte anzusehen, das eigentlich (mehr oder weniger) vor der Haustüre ist.

Nach dem Ausstellungsbesuch beginnt der interessantere Part des Tages. Wir fahren an die drei Stunden quer durch Oregon bis zur Küste und dem Highway Number 1 :-). An dieser Stelle müssen wir mal unsere Begeisterung für den Staat Oregon loswerden:

  1. Die Leute hier sind auffallend und wirklich von Herzen freundlich (und können es fast gar nicht glauben, dass wir extra aus Österreich angereist sind).
  2. Es schaut a bissal so aus wie bei uns, nur haben wir kein Meer.
  3. Die kennen hier alle Hermann Maier (und eben auch “The Sound of Music” ;-) )
  4. Es gibt keine Sales-Tax (man zahlt also auf nix eine Steuer, das man kauft)
  5. Die Küste mit dem Auto entlang zu fahren ist einfach ein Wahnsinn! Wenn auswandern, dann nach Oregon mit Blick auf den Pazifik!

An der Küste angekommen, gehts (zumindest bis jetzt) zu meinem persönlichen Urlaubs-Highlight: der “Sealion Cave”. Direkt an der Küste kann man eine riesige Höhle, die von Seelöwen bevölkert wird, begehen. Echt ein Wahnsinn. Seid froh, dass das hier gezeigte Foto nicht auch den “Live-Geruch” mitliefert ;-).

Von der Sealion Cave ist es noch ca. eine Stunde bis zu unserem Comfort Inn in Newport. Wir genießen die Fahrt entlang der Küste. Da Chris hatte mit seiner Wetterprognose zwischenzeitlich doch recht. Der strahlend blaue Himmel wetteifert mit dem blitzblauen und scheinbar frisch gebügeltem Ozean um die Wette. Wir halten auf dem Weg zum Motel immer wieder an, um diesen einzigartigen Anblick zu genießen.

Im Motel angekommen, warten bereits Schokoladenkekse und Getränke im Zimmer auf uns. In einem persönlichen Schreiben des General Managers heißt uns Chuck Cummings als mittlerweile “Choice Privileges Members” herzlich willkommen (wir haben bis jetzt jede Nacht in einem Comfort Inn verbracht) und weist uns u.a. auf folgendes hin: “Please enjoy these cookies, they werde made today with you in mind” (frei übersetzt: Genießt diese Kekse, als wir sie für euch gebacken haben, haben wir an euch gedacht). An dieser Stelle kann ich leider nicht anders als diesen Teil des heutigen Blogeintrages Herrn Dorner vom Rebstock in der Nähe von Rust zu widmen. Lieber Herr Dorner, es gibt auch Unterkünfte, die sich freuen, uns (inkl. unserer Kreditkarten) als Gäste begrüßen zu dürfen. Sie sollten sich eine Scheibe von Herrn Cummings abschneiden! So, nun wäre auch das erledigt!

Am Abend überfuttern wir uns dann noch im “Newport Chowder Bowl” an zwei (!) Seadfood-Plattern (wir haben dem Kellner ja nicht glauben wollen, dass die Portionen riesig sind, selber schuld) und sehen uns bei einem Spaziergang am Strand den Sonnenuntergang an (hört sich jetzt kitschiger an, als es war).

PS: Danke an alle, die unseren Blog verfolgen und uns auch mit dem einem oder anderen Kommentar erheitern und mich/uns zum Schreiben motivieren. Macht weiter so!

Portland – The Rose City

by claudia

So wie Seattle den Beinamen “Emerald City” trägt, wird Portland als Stadt der Blumen auch “Rose City” genannt. Wir starten in den Tag mit dem obligatorischen Amerikanischen Frühstück (Kaffeeplörre bzw. Tee, mit wahlweise Toast, Beagle oder heute ausnahmsweise Biscuits und gesalzener Butter und Jelly/Marmelade oben drauf) und dann gehts mit den Öffis in die Stadt.

Erste Station ist der chinesische Teegarten “Lan Su Chinese Garden” (für die Chinesischsprachigen unter euch: hinter dem Namen soll sich ein Wortspiel verbergen – mir bitte erklären, wenn ihr es rausgefunden habt). Sehr beeindruckend!

Dann geht es zur “Powell World of Books” – Portlands größtem und bekanntestem Buchladen. Ich könnte dort Stunden verbringen. Da mir aber bewusst ist, dass ich aufgrund der Gepäckslimitierung nicht wirklich zuschlagen kann, grenzt die ganze Aktion eher an Folter (trotzdem danke Chris!) und wir machen uns recht rasch auf in Richtung “Voodoo Doughnuts”.

Hierbei handelt es sich wieder mal um eine Man vs. Food-Empfehlung und wir müssen wie bereits öfters in diesem Urlaub Schlange stehen. Es dauert ganze 25 Minuten, bis wir die heißbegehrte pinke Schachtel (“good Things come in pink boxes”) stolz in Händen halten. Unsere Version ist gefüllt mit: einem Voodoo-Doughnut, einem Portland Cream Doughnut, einem Apple-Fritter und einem M&M-Doughnut (ein Blick auf die Homepage von dem Laden zahlt sich echt aus).

Wir futtern die Doughnuts im nahe gelegenen Waterfront Park mit Blick auf den Columbia River und wundern uns, dass es bereits Sommer sein soll. Die Temperaturen und der Blick in den Himmel sehen eher nach Herbst aus. Nach der kurzen Rast geht es weiter zum “Mills End Park”, dem kleinsten Park der Stadt/der Welt? (kein Scherz). Seht selbst:

Den Nachmittag verbringen wir bei einer Runde Minigolf unter Schwarzlicht im “Glowing Greens” und im Apple-Store (wo denn sonst ;-) ). Dort erzählt uns Verkäufer Todd, als er hört, dass wir aus Österreich kommen, dass er mit unserem Land den Namen “Hermann Maier” in Verbindung bringt. Echt eine originelle Antwort! Arni scheint echt an Beliebtheit verloren zu haben.

Am Abend probieren wir die lokale Burgerkette “Burgerville” aus. Echt ein Stress für den Chris, der sich nicht recht entscheiden kann, ob der Burgerville-Burger nun besser ist als der Mills-Burger-Burger. Jack in the Box befindet sich im aktuellen Chris-Rating zumindest nur mehr auf Platz drei.

Mount St. Helens

by claudia

Heute ist Tag zwei unserer Planänderung. Da Chris gibt sich wirklich viel Mühe, die liebe Claudia, die ja jetzt keine Wale ansehen kann (auf die sie sich ja soooo gefreut hat – ich bitte an dieser Stelle um eine Runde Mitleid), bei Laune zu halten. Welcher Ort eignet sich da besser, als ein Vulkan? Wir starten in Olympia, wo wir übernachtet haben und fahren zum Mount St. Helens National Vulcanic Monument und klappern dort einen Aussichtspunkt nach dem anderen ab. Mount St. Helens ist wirklich eine Pracht*:

*…und zwar wenn man ihn vor dem 18. Mai 1980 besucht hat. An dem Tag ist er nämlich ausgebrochen und hat die ganze Umgebung in Schutt und Asche gelegt. Heute schauts hier (für alle, die es nicht gleich erkennen, mit direktem Blick auf den Vulkan) übrigens so aus:

Apropos ausschauen. Es gibt ja das Sprichwort: “Vor lauter Bäume den Wald nicht sehen”. Hier ist das etwas anders (und das sage ich als Österreicherin): es gibt hier so unglaublich viele Bäume, dass man vor lauter Bäume die Bäume nicht sieht. Da wir ja von Forks nicht allzuweit entfernt sind, kann ich allen Twilight-Fans unter euch nur sagen: es gibt einfach keine bessere Kulisse als diese Gegend!

Am späten Nachmittag erreichen wir Portland, das unter anderem bekannt für seine “micobrewerys” (Mini-Brauereien) ist und landen in der Laurelwood Brewery. Ein fantastischer Ort, an dem das Bier für amerikanische Verhältnisse wirklich gut schmeckt. Da Chris hat sich ein “Pale Ale” mit floralem Abgang bestellt und ich ein “Sun Daze”, das mit Mangos fermeniert wurde.