Von Mordor in den Jurassic Park

Big Island trägt seinen Namen zu Recht. Das wird einem so richtig bewusst, wenn man von Kona in den Volcanoes National Park fahren will, was wir heute gemacht haben. Nach 160 km und zirka 2:15h Fahrzeit kommen wir im Nationalpark an (auf Hawaii geht alles etwas langsamer, was beim Autofahren zum Großteil auf die nahezu fehlenden mehrspurigen Highways zurückzuführen ist). Erster Stopp: Visitor Center. Zufällig startet gerade eine geführte Ranger Tour, der wir uns kurzerhand anschließen. Auf dem zirka 1:30h langen Rundgang erfahren wir allerlei wissenswertes über den Park und seine Bewohner (Tiere und Pflanzen). Zum Beispiel, dass alle Säugetiere erst nach den Menschen auf die Inseln kamen bzw. von den Menschen auf die Inseln gebracht wurden. Einzig und allein gewisse Vogelarten waren in der Lage aus eigener Kraft die über 2000 Meilen vom nächsten Festland zurückzulegen. Beeindruckend. Viele der angesiedelten Tiere haben sich mittlerweile zu richtigen Plagen entwickelt. Zum Beispiel wurden die Mungos (Mongoose) ursprünglich auf die Insel gebracht, um die Ratten in den Zuckerrohrplantagen zu jagen. Dabei hat man aber nicht bedacht, dass a) Mungos tagsüber jagen und Ratten nachtaktiv sind und b) dass Mungos auf den Inseln keine natürlichen Feinde haben. Was die riesige Anzahl der Tiere erklärt. Jetzt verstehen wir auch, warum man bei der Einreise nach Hawaii eine Erklärung unterschreiben muss, dass man keine Tiere usw. auf die Insel bringt. Eigentlich erschreckend wie filigran ein Ökosystem ist.

Auf unserem Rundgang am Rande des Kilauea Kraters kommen wir an sogenannten “Steam Vents” vorbei. Das sind Öffnungen in der Erde durch die Dampf an die Oberfläche gelangt. Erzeugt wird dieser Dampf, wenn Regenwasser in den Boden sickert und mit erhitztem Gestein (von der darunterliegenden Lava) in Berührung kommt. Sehr beeindruckend.

Nach dem Rundgang fahren wir mit dem Auto zum “Jaggar Museum”, wo man einen super Ausblick auf den dampfenden Krater hat. Im Moment kann man leider keine fließende Lava sehen, aber es ist trotzdem etwas beängstigend zwei Kilometer von einem aktiven Vulkan entfernt zu stehen. Wie muss sich Frodo wohl am Fusse des Schicksalsberges gefühlt haben?

Nächster Stopp ist die nicht mal drei Kilometer entfernte “Thurston Lava Tube”. Trotzdem kommt es einem so vor als ob man an einem komplett anderen Ort wäre. Am Rande des Kraters sieht’s aus wie in Mordor. Hier eher wie im Jurassic Park. Überall Farne und Regenwald. Die Lava Tube an sich ist eine Art Tunnel, durch den irgendwann mal unterirdisch Lava geflossen ist. Jetzt ist alles erkaltet und man kann durchgehen.

Genau gegensätzlich sieht’s wiederum an unserem nächsten Stopp dem “Devastation Trail” aus. Klingt gefährlich, ist aber im Moment nicht. Dennoch kann man hier die enorme Zerstörungskraft eines Vulkans erkennen. Bäume ohne Äste, Lavagestein überall am Boden. Gleichzeitig bedeutet diese Zerstörung aber auch Raum für Neues und das kann man hier ebenfalls eindrucksvoll sehen. Überall beginnt es zu wuchern und zu wachsen, auf dass ein neuer Regenwald entsteht.

Der letzte Stopp in dem riesigen Park (hier kann man sicher mehrere Tage verbringen) ist die “Chain of Craters Road”. Eine Strasse durch den Nationalpark, die abrupt endet, da sie von einem Lavastrom überflutet wurde.

Auf der zweieinhalbstündigen Rückfahrt halten wir noch am Punalu’u Black Sand Beach, perfekter Abschluss eines Vulkan-Tages ;-)

1 Comment

  1. …echt coole pics!
    hope to see you soon!
    CY

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Categories